FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 15.06.2017:

Geplanter Neubau an der Meppener Straße ist zu wuchtig - Stadt lehnt Bauantrag ab – Unterschiedliche Meinungen im Fachausschuss

Lingener Tagespost - Lokales

Von Thomas Pertz

Lingen. Die Stadt Lingen hat für den geplanten Neubau eines Mehrfamilienhauses an der Meppener Straße 48 eine Genehmigung abgelehnt. Einzelheiten erläuterte Stadtbaurat Lothar Schreinemacher in der jüngsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses.

Das Grundstück befindet sich zwischen der Straße In den Hornen und dem Kreisverkehr am Willy-Brandt-Ring. Das Gebäude dort solle abgerissen und durch einen Neubau mit sechs Wohnungen ersetzt werden, sagte Schreinemacher. Zur Meppener Straße hin sei an den Planungen hinsichtlich des Baukörpers auch nichts auszusetzen, erläuterte der Baudezernent. Problematisch ist nach Auffassung der Stadt aber die „Massivität des Gebäudes“ im rückwärtigen Teil des rund 600 Quadratmeter großen Grundstücks. Es sei zu üppig und passe in dieser Form nicht in die Nachbarschaft.

CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Hilling wies darauf hin, dass es in diesem Bereich der Stadt in der Vergangenheit häufiger unterschiedliche Interessenlagen gegeben habe. So hatte es in der Straße In den Hornen Pläne eines Investors für ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen gegeben, die in der Nachbarschaft für Unruhe gesorgt hatten. Von diesen Planungen hatte er aber nach Gesprächen mit der Verwaltung Abstand genommen, die Zahl der Wohnungen um eine reduziert und statt eines Staffelgeschosses ein flach geneigtes Dach vorgesehen.

Auch Hilling verwies darauf, dass der geplante Baukörper an der Meppener Straße 48 zur Straße hin in Ordnung sei, aber nach hinten heraus nicht in die nähere Umgebung passe. Er äußerte die Hoffnung, dass es der Verwaltung in Gesprächen mit dem Investor gelingt, eine Lösung zu finden. „Wir haben ebenfalls Bedenken, das ist zu viel“, bewertete Stefan Wittler (SPD) das Bauvorhaben.

Anderer Ansicht war der FDP-Fraktionsvorsitzende Jens Beeck. Der Liberale wies auf die dringende Notwendigkeit der Schaffung weiteren Wohnraums in Lingen hin. Bei dem Grundstück handele es sich um eine Fläche an einer Hauptverkehrsstraße in Lingen. „Wenn wir uns an dieser Stelle ein solches Projekt nicht vorstellen können, wo dann?“, fragte Beeck.

Schreinemacher erwiderte, dass die Verwaltung im ersten Quartal 2017 bereits 130 Wohnungen genehmigt habe. Dies mache deutlich, dass die Notwendigkeit, hier mehr Angebote zu schaffen, sehr wohl erkannt sei. „Wir wollen und müssen mehr zulassen“, erläuterte der Stadtbaurat die Strategie. Aber auf das konkrete Vorhaben an der Meppener Straße bezogen sei der „Bogen leicht überspannt“. Eine Genehmigung würde zulasten der Nachbarschaft gehen.
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