FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 13.10.2012:

Meyer Werft stellt Weichen für neuen Auftrag -Geschäftsführung spricht mit Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler

Neue Osnabrücker Zeitung - Wirtschaft

Papenburg. Den wohl spannendsten Termin in Papenburg hat Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) gestern hinter verschlossenen Türen gehabt. Gemeinsam mit der Geschäftsführung der Meyer Werft sprach der Minister darüber, wie der Bund die Werft bei neuen Aufträgen unterstützen kann. Seit Röslers letzten Besuch hatte die Werft eine halbe Milliarde Euro investiert.

Die vertraulichen Gespräche bestätigte gestern Werft-Chef Bernard Meyer. „Wir wollen allerdings keine Subventionen“, betonte er. Ob sich dieses Zusammentreffen allerdings schon auf neue, konkrete Aufträge bezog, ließ der Unternehmer offen. Bis zum Frühjahr 2015 sind die Auftragsbücher der Werft noch gut gefüllt. Dann braucht das Unternehmen dringend neue Bestellungen.

Auch mit dem Besuch des Wirtschaftsministers verdichten sich die Anzeichen, dass die Werft möglicherweise unmittelbar vor dem Abschluss neuer Verträge steht.

Gestern nahm sich der Vizekanzler mehr als eine Stunde Zeit, um sich die Papenburger Schiffsfertigung bei einem Rundgang durch die Werkshallen zeigen zu lassen. Vor sechs Jahren hatte Philipp Rösler zuletzt die Werft besucht. „Seither hat sich hier viel getan“, bilanzierte Bernard Meyer mit einem Schmunzeln. In diesem Zeitraum habe die Meyer Werft 500 Millionen Euro investiert und eine Reihe zusätzlicher Arbeitsplätze geschaffen.

Der Werft-Chef beklagte gegenüber dem Minister ein nationales Absatzproblem. Nur ein Prozent aller Schiffe, die von Unternehmen in Deutschland bestellt werden, würde auch in der Bundesrepublik gebaut, sagte Meyer einem staunenden Minister. Allerdings befänden sich auch die Kunden der Meyer Werft zum allergrößten Teil im Ausland. In Deutschland gefertigte Schiffe für deutsche Reedereien sind demnach ausgesprochen selten.

82 Prozent aller Bauteile von Meyer-Schiffen würden in Deutschland gefertigt. Das hat entsprechend große Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation im Land. Rund 5500 Menschen aus der Region Papenburg fänden als Mitarbeiter oder Zulieferer der Meyer Werft Beschäftigung. In ganz Deutschland seien es sogar 25 000, so Meyer. So stammen beispielsweise die Motoren der Schiffe aus Bayern. Der Wettbewerb in der Branche sei hart, mahnte Meyer. „Es gibt zu viele Werften in Deutschland.“ Die aktuelle Auftragslage entspreche lediglich 50 Prozent der bundesweiten Fertigungskapazitäten.

Um die Unterstützung des Bundes bat der Unternehmenschef bei der Schlick-Problematik der Ems. Durch das salzige Nordseewasser gelange der Schlick tief in den Fluss und setze sich dort ab. Die Schäden für die Wirtschaft und für die Natur seien enorm. Dem stimmte auch der Papenburger FDP-Bundestagsabgeordnete Hans-Michael Goldmann zu: „Wir müssen das in den Griff bekommen.“ Bundeswirtschaftsminister Rösler sagte zu, „dieses Thema mit nach Berlin zu nehmen“.
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