FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 16.03.2012:

Wenig Begeisterung für Baumschutzsatzung - Skeptische Stimmen im Umweltausschuss – Thema in die Ortsräte verwiesen

Lingener Tagespost - Lokales

Lingen. Die Ortsräte in der Stadt Lingen sollen sich mit dem Thema Baumschutz befassen und dabei auch die Frage erörtern, ob eine Baumschutzsatzung, wie von der Grünen-Fraktion im Stadtrat gefordert, die Schutzwirkung verstärken könnte.
Das hat der Umweltausschuss nach einer intensiven Diskussion einstimmig beschlossen. Grünen-Ratsherr Michael Fuest begründete die Notwendigkeit einer Baumschutzsatzung auch damit, dass es gelte, illegale Baumfällaktionen zu verhindern. Die Stadt Lingen könne sich bei der Satzung an der der Landeshauptstadt Hannover orientieren, bräuchte diese aber aus Sicht der Grünen nicht „eins zu eins“ zu übernehmen. Laut Fuest gelten in vielen Städten wie zum Beispiel in Nordhorn Baumschutzsatzungen. Bereits vor circa 15 Jahren hätten die Grünen für Lingen vergeblich eine entsprechende Satzung beantragt.
Alle Ausschussmitglieder waren sich mit Fuest in der Notwendigkeit eines effektiven Baumschutzes einig, hielten aber eine Baumschutzsatzung für kontraproduktiv. Die Gefahr bestünde, dass Privatpersonen vor Erlass einer Satzung Bäume in den Gärten absägen würden.
Peter Scholz (CDU) meinte, dass der Baumschutz in Lingen beim Gärtnermeister Horst Feltrup und seinem Bauhofteam in guten Händen sei. Stadtbaurat Georg Lisiecki, der früher bei der Stadt Oldenburg tätig war, erklärte, dass die Bürger dort per Entscheid eine Baumschutzsatzung wieder abgeschafft hätten, weil sie sich als untaugliches Mittel erwiesen und zu einem immensen bürokratischen Aufwand geführt habe. Auch für Ralf Plaggenborg (SPD) ist eine Satzung ein falsches Instrument für einen wirkungsvollen Baumschutz in der Stadt Lingen.
In puncto „Beschneidung von Bäumen“ teilte der Ausschuss die Auffassung der Grünen, dass diese nach den neuesten Richtlinien zu erfolgen habe. Zu diesem Thema sollen in der Juni-Sitzung des Umweltausschusses ein auswärtiger Experte sowie Feltrup Rede und Antwort stehen. In der Bürgerfragestunde meinte der frühere Landschaftsgärtner Klaus Schüder, dass der Beschnitt der Bäume in Lingen nicht fachgerecht erfolge.
Gegenüber unserer Zeitung betonte Fuest, dass den Grünen nicht nur der Erhalt der Bäume, sondern auch der pflegliche Umgang mit Natur und Landschaft wichtig sei. Er unterstützte ausdrücklich den Appell von Wolfgang Alke aus Lingen an Motorrad- und Quadfahrer in einem Leserbrief (Lingener Tagespost vom 10. März), sofort das Befahren im Schepsdorfer Wald zu unterlassen.

Kommentar der LT

Konstruktiv
Wer wollte bestreiten, dass zu einer liebenswerten Stadt ein schöner Baumbestand gehört. Aus gutem Grund werben Städte auch mit ihrer „grünen Lunge“. Sie sind wichtige Charaktermerkmale einer Kommune. Deshalb war es richtig, dass der Umweltausschuss des Lingener Rates konstruktiv auf Initiative der Grünen-Fraktion über den Baumschutz diskutierte.
Glücklicherweise hat bei diesem Thema seit einigen Jahrzehnten ein Bewusstseinswandel eingesetzt. Wer heutzutage bei Nacht und Nebel Bäume absägt, riskiert einen empörten Aufschrei in der Öffentlichkeit – zu Recht. Baumfrevlern sollte auch klargemacht werden, dass sie als schlechtes Vorbild die Arbeit von Lehrern torpedieren, die mit viel Engagement ihre Schüler zu umweltbewusstem Verhalten anleiten.
Auf der anderen Seite gilt es, auch beim Baumschutz das rechte Maß zu wahren. Daher lassen die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim an Stellen, wo häufiger Unfälle passieren, aus Gründen der Verkehrssicherheit in Einzelfällen Bäume entfernen. Der Schutz von Menschenleben hat natürlich Vorrang.
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