FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 15.03.2012:

Schutz des Zwischenlagers wird verstärkt RWE will 110 Meter lange Mauer bauen – Rückbau des Kernkraftwerks Lingen ab 2013

Lingener Tagespost - Lokales

Lingen. Das Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente beim Kernkraftwerk Emsland in Lingen wird an einer Seite zusätzlich mit einer 110 Meter langen Mauer geschützt. Sie entsteht in einer Entfernung von acht Metern zum Gebäude.
Darauf verwies Dr. Jürgen Haag, Leiter des Kernkraftwerks Emsland, in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses unter Leitung von Karl Storm (CDU). Grund für die Maßnahme ist ein besserer Schutz der Anlage vor der Einwirkung Dritter.
Nach Haags Angaben soll die Mauer aus Stahlbeton bestehen, 85 Zentimeter breit sein und eine Höhe von 10,10 Metern aufweisen. Bei der Stadt Lingen sei inzwischen ein Bauantrag eingegangen. Die Baumaßnahme soll Ende 2012 abgeschlossen sein. Die Höhe der Kosten konnte er nicht beziffern, da dieses Projekt Teil eines Gesamtpaketes von Maßnahmen sei, in dem auch andere RWE-Standorte enthalten seien.
Laut Haag hatte das Bundesumweltministerium die Betreiber von Zwischenlagern zum Handeln aufgefordert. Die Nachrüstung erfolge aber nicht aufgrund einer veränderten Gefährdungslage für kerntechnische Einrichtungen in der Bundesrepublik, hieß es vonseiten des Ministeriums.
Nach Angaben von Haag wird das Zwischenlager sicherlich noch einige Jahre in Betrieb bleiben, da ein Endlager für abgebrannte Brennelemente immer noch nicht zur Verfügung stehe. Laut RWE wurden 2002 die ersten Castoren mit atomarem Abfall im Zwischenlager in Lingen eingelagert.
Als Geschäftsführer der Kernkraftwerk Lingen GmbH (KWL) erläuterte Haag auch den aktuellen Stand der Planungen zum Rückbau des KWL, das sich noch bis 2013 im „Sicheren Einschluss“ befindet. Ein Großteil des konventionellen Bereiches ist bereits abgetragen worden.
Nach Haags Angaben hat die KWL GmbH bis Ende 2011 alle revidierten Antragsunterlagen beim niedersächsischen Umweltministerium eingereicht. Das Ministerium habe weitere Behörden sowie die Kollegen in Berlin über den Genehmigungsantrag informiert und auf das erheblich reduzierte Gefährdungspotenzial im Falle KWL hingewiesen. „Aus Sicht des niedersächsischen Umweltministeriums kann daher von einer bundesaufsichtlichen Prüfung der Anträge abgesehen werden“, sagte Haag.
Auslegung
Bis Mitte des Jahres solle die Öffentlichkeitsbeteiligung durch Bekanntmachung des Vorhabens und Auslegung der relevanten Unterlagen erfolgen,
Wie Bernd Fries, Leiter der Anlage KWL, mitteilte, sollen ab 2013 insgesamt 60 000 Tonnen rückgebaut werden, davon sind circa drei Prozent (rund 2400 Tonnen) radioaktiv belastet, was einem Endlagervolumen von rund 2400 Kubikmetern entspricht. Dieser Abfall werde in speziellen Behältern zum Endlager Schacht Konrad in Salzgitter gebracht.
Die Aktivität im KWL hat nach Angaben des Betreibers seit Betriebsende vor circa 35 Jahren so weit abgenommen, dass sie sich bereits einem nahezu konstanten Wert „auf sehr geringem Niveau“ angenähert hat. Eine Verlängerung des „Sicheren Einschlusses“ würde daher laut KWL die Menge der endzulagernden radioaktiven Abfälle sowie die Strahlenbelastung des Bedienpersonals kaum noch verringern.
Die Strahlenexposition in der Umgebung liegt nach Darstellung des Betreibers deutlich unterhalb des Grenzwerts von einem Millisievert pro Jahr.
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