FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 26.01.2012:

Höchstspannung unter der Erde - Pilotprojekt zur Stromleitung durch das Emsland

Lingener Tagespost - Kreis Emsland

Münster. Das Planfeststellungsverfahren für einen elf Kilometer langen Teilabschnitt der Stromleitung vom Niederrhein zum im Bau befindlichen Umspannwerk Dörpen-West in Heede ist von der Bezirksregierung Münster eingeleitet worden. Auf einem 3,5 Kilometer langen Teilstück im Kreis Borken soll erstmals in Nordrhein-Westfalen die Verlegung einer Höchstspannungsleitung als Erdkabel getestet werden.
Der Stromnetzbetreiber Amprion GmbH hatte am 14. September 2011 die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens bei der zuständigen Bezirksregierung Münster für den Teilabschnitt von Raesfeld bis Borken-Süd beantragt, der sich über elf Kilometer erstreckt. Er ist gleichzeitig Pilotprojekt auf der Grundlage des Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG). Rund 7,5 Kilometer sollen als 380-Kilovolt-Freileitung und 3,5 Kilometer als Erdkabel gebaut werden. Bislang gibt es nur wenig Erfahrung mit unterirdisch verlaufenden Höchstspannungsleitungen.
Dieses erste Teilstück soll dann als Vorbild für den Weiterbau der Leitung durch das Münsterland und Emsland dienen, die im südlichen Teilabschnitt bis Meppen vom Netzbetreiber Amprion und nördlich bis Heede vom niederländischen Staatsunternehmen Tennet gebaut wird, das den deutschen Netzbetrieb vom Energieerzeuger Eon gekauft hat.
Nach Prüfung der eingereichten Unterlagen hat die Bezirksregierung Münster am 4. Januar das gesetzlich vorgeschriebene Anhörungsverfahren eingeleitet. Auf ein Raumordnungsverfahren, wie es im Emsland notwendig ist, konnte verzichtet werden, da sich die Planungen an einer bestehenden Trasse orientieren. Es wurde deshalb von der Bezirksregierung Münster direkt ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet.
Die Antragsunterlagen liegen bis zum 23. Februar in der Gemeinde Raesfeld, der Stadt Borken, der Gemeinde Schermbeck, der Stadt Gescher und der Stadt Isselburg zur Einsichtnahme aus. Einwendungen können überall dort und bei der Bezirksregierung Münster bis zum 8. März 2012 eingereicht werden. Die Antragsunterlagen sind ab sofort auch auf der Internetseite der Bezirksregierung Münster einsehbar.
Nach Ablauf der Frist wird die Bezirksregierung die bis dahin eingegangenen Einwendungen erfassen und der Amprion GmbH Gelegenheit zur Stellungnahme geben.
Erörterungstermin
Im Anschluss findet dann ein Erörterungstermin statt. Die Bezirksregierung wird dort die rechtzeitig eingegangenen Einwendungen und Stellungnahmen mit den Verfahrensbeteiligten verhandeln. Das Ergebnis fließt in die anschließende Prüfung des beantragten Bauvorhabens ein.
Der Landkreis Emsland ist derzeit mit Hochdruck dabei, die zahlreich eingegangenen Stellungnahmen zu den Trassenvarianten im Kreisgebiet auszuwerten. Hier sind die Vorhabenträger Tennet und Amprion ebenfalls eingebunden. Anschließend sollen die im Verfahren notwendigen Erörterungstermine durchgeführt werden.
Der Landkreis Emsland habe von Beginn an den Bürgern die Teilnahme am Verfahren ermöglicht. Sie konnten online Stellungnahmen abgeben und sollen im weiteren Verlauf neben den öffentlichen Vorhabenträgern ebenfalls einen eigenen Erörterungstermin zu bestimmten Schwerpunktthemen erhalten. Die Beteiligung von Bürgern sei formal im Raumordnungsverfahren nicht vorgesehen und stelle somit ein besonderes Angebot des Landkreises Emsland zur Information der Bürger dar, teilte die Kreisverwaltung auf Anfrage mit.
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